Achte auf deinen Körper, er beherbergt deinen Geist.

Asiatische Heilkunst - Präventivmedizin

Die chinesische Heilkunde basiert auf einer über 2000 Jahre alten Tradition. Die Grundlagen sind die Lehre von Yin und Yang, das Konzept des Qi und die Wandlungsphasen. Krankheit ist in der chinesischen Vorstellung eine energetische Disharmonie, die alle Aspekte im Menschen berücksichtigt. Nach Erkenntnis der alten chinesischen Heiler fließt das Qi auf definierten Leitbahnen, den Meridiane, durch den Körper. Wenn das Qi nicht mehr frei fließen kann entstehen Diagnosen wie „innerer Wind“, „Yin-Mangel“ oder „feuchte Hitze“.

Yin und Yang
Die Lehre von Yin und Yang entspringt der taoistischen Naturphilosophie und besagt, dass sich alle Dinge in zwei Polaritäten teilen lassen- in Yin und Yang. Alle Erscheinungen und Veränderungen des Lebens und alle Naturphänomene lassen sich aus dem wechselseitigen Zusammenspiel von Yin und Yang ableiten. Eine der ersten Quellen dieser Theorie findet sich 700 v.Chr. im „Buch der Wandlungen“ (Yi Jing). Yin und Yang sind als Gegensätze zu sehen, wobei Yin immer schon den Samen des Yang in sich trägt, wie auch das Yin in jedem Yang keimt. Der Gegensatz ist relativ, nie absolut. So ist der Frühling Yang in Relation zum Winter, jedoch Yin im Vergleich zum Sommer. Yin und Yang brauchen und definieren sich durch ihre Gegensätzlichkeit. So gibt es keinen Winter ohne Sommer, keinen Tag ohne Nacht, keine Geburt ohne Tod. Veränderungen entstehen durch die Spannung zwischen Extremen. Sie begrenzen einander – Wasser begrenzt das Feuer, die Nacht den Tag, der Regen die Trockenheit. Bei Übermacht des einen und/oder Schwäche des anderen Pols entstehen Störungen im gesamten System – ein Yin-Überschuss führt relativ zum Yang-Mangel, ein Yang-Überschuss zum Yin-Mangel.

Qi
Das Konzept des Qi nahm mit der Beobachtung der Wolken und des Laubes an den Bäumen ihren Anfang. Sie werden sichtbar in Bewegung versetzt, während der Wind als solcher nicht zu sehen ist. Die Menschen haben diese bewegliche und unsichtbare Kraft als „Qi“ bezeichnet und entsprechend alle Phänomene, die ohne sichtbaren Anlass eine spürbare Veränderung des vorherigen Zustandes aufweisen als Ergebnis einer Einwirkung des Qi gedeutet. Das Schriftzeichen für Qi enthält: „Dampf“ und „ungekochter Reis“. Qi ist zugleich Masse (=ungekochter Reis“) und Energie (=Dampf). Alle Lebensformen sind Ausdruck von Qi in verschiedenen Stufen der Materialisierung. So sind die Körperstrukturen eine sehr feste, materielle, der Geist-Shen eine sehr immaterielle Erscheinungsform.

Wandlungsphasen
Die Bedeutung der fünf Wandlungsphasen ist die fortwährende Bewegung und Veränderung.
WP Holz: Wachstum, Entfaltung, freier Fluss, vgl. natürliche Eigenschaften eines Baumes
WP Feuer: Hitze, Emporlodern, vgl. Haupteigenschaften einer Flamme
WP Erde: Hervorbringen, Empfangen, vgl. aufnehmende, assimilierende und wieder hervorbringende Eigenschaften
WP Metall: Kühlen, Absenken, Zusammenziehen, vgl. das Schrumpfen bei erkaltetem Metall
WP Wasser: Kälte, Befeuchten, nach unten Fließen

Shiatsu hat sich in Japan basierend auf der manuellen Therapie der chinesischen Medizin entwickelt und als eigenständige Therapieform durchgesetzt.

Quellen
Giovanni Maciocia: Grundlagen der chinesischen Medizin, Urban und Fischer
C. Focks, N. Hillenbrand: Leitfaden Traditionelle Chinesische Medizin, Urban und Fischer
Heping Yuan: Chinesische Pulsdiagnostik, Elsevier
Han Chaling: Leitfaden Tuina, Elsevier

Tag der offenen Tür 19.1.19